Die Festungsmauern von Kotor erklimmen

1.350 Stufen vom mittelalterlichen Tor zur Festung San Giovanni — was Sie auf jeder Etappe des Aufstiegs erwartet.

Warum diese Wanderung besonders ist

Die Befestigungsanlagen oberhalb von Kotor wurden zwischen dem 9. und 15. Jahrhundert errichtet, um die Stadt vor osmanischen und venezianischen Belagerungen zu schützen. Sie steigen vom Nordtor der Altstadt bis zu den Ruinen der Festung San Giovanni auf 280 Metern über dem Meeresspiegel auf. Die Mauern sind durchgehend — ein einziges steinernes Verteidigungsband, das den Konturen des Berghangs folgt und die gesamte Siedlung darunter umschließt.

Heute ist die Wanderung Kotors beliebteste Aktivität. An einem Sommermorgen ist der Pfad bereits um 8 Uhr gut besucht. Doch der Grund, warum die Menschen immer wieder hinaufsteigen, ist einfach: Das Panorama vom Gipfel gehört zu den schönsten an der gesamten Adriaküste. Die fjordähnliche Bucht windet sich unter Ihnen, Kreuzfahrtschiffe schrumpfen auf die Größe von Badewannenspielzeug, und die Terrakottadächer der Altstadt bilden ein perfektes mittelalterliches Gitterraster.

Wo es losgeht

Es gibt zwei Zugänge. Der Haupteingang befindet sich in der Altstadt durch ein Steinportal nahe der Marienkirche — hier zahlen Sie den Eintritt. Der zweite Zugang ist ein unmarkierter Pfad von der Škurda-Flussschlucht auf der Nordseite. Einheimische nutzen den Schluchtweg, um die Gebühr zu umgehen, aber er ist steiler, weniger gepflegt und komplett unbeleuchtet. Beim ersten Mal sollten Sie den Haupteingang nehmen.

Steinstufen auf dem Wanderweg an der Festungsmauer von Kotor

Drei Abschnitte des Aufstiegs

Unterer Abschnitt: Altstadt bis zur Kirche Unserer Lieben Frau vom Heilmittel

Die ersten 15 Minuten sind die steilsten. Unregelmäßige Steinstufen führen im Zickzack durch niedriges Gestrüpp, während die Altstadtdächer bereits unter Ihnen zurückweichen. Die kleine Kirche Unserer Lieben Frau vom Heilmittel erscheint bei etwa einem Drittel des Weges — eine weiß getünchte Kapelle auf einem Felsvorsprung mit einer Terrasse, die sich als natürliche Raststation anbietet. Die meisten halten hier für Fotos an.

Mittlerer Abschnitt: Die Kurtinenmauern

Oberhalb der Kirche folgt der Weg der Innenseite der Kurtinenmauer. Die Stufen werden gleichmäßiger und die Steigung lässt etwas nach. Dieser Abschnitt bietet die besten Seitenansichten der Bucht — die Art von Aufnahmen, bei denen die Berge direkt ins tiefblaue Wasser stürzen. Nach dem unteren Abschnitt gibt es keine Verkäufer oder Trinkwasserstellen mehr — nehmen Sie also alles mit, was Sie brauchen.

Oberer Abschnitt: Festung San Giovanni

Der letzte Abschnitt bringt Sie zu den verfallenen Überresten der Festung selbst. Es gibt kein intaktes Gebäude — nur Mauern, Torbögen und eine montenegrinische Flagge auf dem höchsten Punkt. Das Panorama hier umfasst volle 270 Grad: Kotor unter Ihnen, Perast auf der anderen Seite des Wassers, der Vrmac-Kamm im Westen und die offene Adria hinter der Meerenge von Verige.

Wann man gehen sollte

Sonnenaufgang und die zwei Stunden vor Sonnenuntergang sind die besten Zeitfenster. Der Pfad ist nach Süden und Südwesten ausgerichtet, was im Sommer direkte Nachmittagssonne bedeutet — die Temperaturen auf dem ungeschützten Stein übersteigen im Juli und August regelmäßig 40 °C zwischen Mittag und 15 Uhr. Wenn Sie mit einem Kreuzfahrtschiff ankommen und zeitlich keine Wahl haben, starten Sie sofort nach dem Anlegen. Frühes Morgenlicht ergibt auch die besten Fotos, wenn die Bucht noch spiegelglatt ist und die Stadt in weichem Schatten liegt. Gehen Sie durch das Nordtor zurück in die Altstadt und belohnen Sie sich auf einem der Plätze. Die Cafés am Trg od Oružja servieren kaltes Nikšićko-Bier und starken montenegrinischen Kaffee — beides redlich verdient. Wenn Sie zum Abendessen bleiben, lesen Sie unseren Führer zum Essen und Trinken in Kotor.

Praktische Tipps

  • Wasser: Nehmen Sie mindestens 1,5 Liter pro Person mit. Oberhalb der Altstadt gibt es keine Kaufmöglichkeit.
  • Schuhe: Sportschuhe mit Profil. Flip-Flops und Sandalen sind auf den polierten Steinstufen gefährlich.
  • Dauer: 45–75 Minuten hinauf, 30–45 Minuten hinunter. Rechnen Sie Zeit für Fotos und Pausen ein.
  • Sonnenschutz: Hut, Sonnencreme und Sonnenbrille sind von Mai bis September unverzichtbar. Auf der Route gibt es fast keinen Schatten.
  • Kamera: Ein Weitwinkelobjektiv fängt das Buchtpanorama am besten ein. Handykameras liefern gute Ergebnisse, wenn Sie oben den Panoramamodus nutzen.

Auf einen Blick

Höhenunterschied280 m
Stufen~1.350
Dauer1,5–2,5 Stunden hin und zurück
Eintritt8 € (kostenlos Nov–Mär)